Viterbo

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Viterbo

Die Stadt Viterbo, Zentrum des nördlichen Latiums und Hauptstadt der Provinz Viterbo:
Viterbo liegt am Fuß der Cimini Berge. Sein historischer Stadtkern erstreckt sich über ein hügeliges Gelände auf einer Höhe von ca. 350 m über dem Meeresspiegel, zwischen den vier Hügeln San Lorenzo, San Francesco, Tignosi und Pianoscarano. Durch Viterbo fließen die Flüsse Urcionio (zum größten Teil ist er bedeckt) und sein Nebenfluss Mola, der sich wiederum mit dem Fluss Paradosso vereint.
Viterbo liegt inmitten einer vegetationsreichen Landschaft, etwa 35 km von der berühmten Stadt Tarquinia am Tyrrhenischen Meer, 30 km von Bolsena mit seinem gleichnamigen See und 15 km vom Vico-See und dem ihm nahe gelegenen Ort Caprarola mit seinem bekannten Palazzo Farnese entfernt.

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Willkommen in Viterbo / Die Stadt Viterbo

VITERBO

Einige geschichtliche Hinweise

Die Ursprünge der Stadt:
Die vielen archäologischen Funde, die man im Laufe der Jahrhunderte im Stadtgebiet entdeckte, deuten auf die etruskischen Ursprünge Viterbos hin. Zeugnisse dafür sind die Fundorte in der Nähe des Rinaldone und die Grabstätten auf dem Riello-Hügel.
Auf dem heutigen Domhügel (Colle del Duomo) existierte einst eine kleine etruskische Siedlung namens Surrena oder Sorrina, die nach 310 v. Chr. von den Römern eingenommen, dann aber verlassen wurde zu Gunsten des Munizipiums Surrena Nova auf dem davorliegendem Hügel (Riello) und der zahlreichen patrizischen Villen, die nahe den Thermen entlang der Via Cassia (man weiss von mind. 15 solcher Thermalanlagen) entstanden waren.

Das frühe Mittelalter:
Der Name der zukünftigen Stadt, über dessen Bedeutung man sich nicht sicher ist, taucht erstmalig in den geschichtlichen Quellen des Frühmittelalters auf. Im 8.Jh. zog das damalige castrum viterbii die Aufmerksamkeit des langobardischen Königs Desiderio auf sich, als er auf seinem Weg zur Eroberung des Herzogtums Rom hier mit seinem starken Heer einfiel und die Stadt auf dem Domhügel mit mächtigen Mauern und Türmen als militärischen Stützpunkt befestigte, von dem aus er gegen die Ewige Stadt loszog. Als Papst Hadrian I ihn daraufhin mit dem Kirchenbann belegte und das Heer des Frankenkönigs Karl des Großen zur Hilfe rief, ließ Desiderio erschrocken von seinem Vorhaben ab und zog sich wieder in Richtung Toskana zurück.

Das Festungswerk des Castrum Viterbii, dem auch eine kleine dem Hl. Laurentius geweihte Pfarre angehörte, ging im Jahr 774 an die Franken über und wurde dann von Karl dem Großen der Kirche übergeben. Durch diese und andere Schenkungen wurde der Kern für den Kirchenstaat geschaffen.
Der Stadt Viterbo boten sich nun viele Vorteile, weil sie, nunmehr eine stark befestigte, sichere Stadt, viele Bewohner der ringsum liegenden Orte anzog, die sich hier ansiedelten. Auch viele Langobarden entschlossen sich zu bleiben. So erlangte Viterbo allmählich immer größere politische und militärische Bedeutung auf dem ganzen Gebiet und vergrößerte sich beachtlich.

Wenig wissen wir über die Geschichte der Stadt im 9. und 10. Jh.. Es ist jedoch anzunehmen, dass es einen wirtschaftlichen und bevölkerungsmäßigen Aufschwung gab, durch den die Festung auf dem Domhügel (Colle del Duomo) sich auf neue Quartiere außerhalb seiner eigenen Mauern ausdehnte und sich mit den Siedlungen, die sich inzwischen auf anderen ringsum liegenden Hügeln entwickelt hatten, zusammenschloss. So entstand ein urbanistisches Gewebe, das nach zwei weiteren Jahrhunderten von einer Stadtmauer umgeben wurde.

In den nachfolgenden Jahrhunderten musste Viterbo den Angriffen der Türken, die die Küstenstadt Civitavecchia erobert hatten, und den Normannen widerstehen. Im Jahr 1148 erklärte sich Viterbo zur freien Stadt und verkündete 1251 eine eigene Verfassung, eine der ersten in Italien.

Die Stadt der Päpste:
In Viterbo, der noch heute sogenannten Stadt der Päpste, wurden im 13. Jh. verschiedene Konklaven (Sitzungen der Kardinäle zur Papstwahl) abgehalten, darunter die längste je in der Geschichte verzeichnete, durch die der Name “Konklave” entstand: Da die Kardinäle sich 33 Monate lang nicht über einen Papst einigen konnten, schlossen die Einwohner Viterbos den Sitzungssaal im Papstpalast einfach ab (cum clave = mit dem Schlüssel), um deren Entscheidung zu beschleunigen.
Während der Auseinandersetzungen zwischen dem Papst und dem Kaiserreich spielten sich verschiedene Ereignisse in Viterbo ab. Kaiser Friedrich II gewährte der Stadt mehrere Privilegien, u.a. das Recht, eigene Münzen zu prägen. Viterbo wurde die Hauptstadt des Patrimoniums San Pietro, d.h. aller der Kirche abgetretenen Gebiete. 1192 wurde die Stadt Bischofssitz.
Bis ins 14. Jh. dauerten die Machtkämpfe über die Vorherrschaft im Gebiet von Viterbo an, zuerst unter den mächtigsten Familien der Stadt, dann gegen Rom und schließlich gegen die Kaiser. In den folgenden Jahrhunderten wurde Viterbo endgültig unter die Herrschaft Roms gestellt.

Viele Besucher aus der ganzen Welt zog es nach Viterbo, und das nicht nur, weil die Stadt eine wichtige Etappe auf der Frankenstraße (Via Francigena) ist, die von England über Frankreich die Pilger nach Rom zum Grab des Hl. Petrus brachte. Die Kunde von den Wundertaten eines heiligen Mädchen namens Rosa, Schutzpatronin der Stadt, zog Kaiser, Staatshäupte und viele andere Personen jeden Ranges zu ihrem Kloster.

Seit 1927 ist die Stadt Viterbo Provinzhauptstadt (die ganze Provinz besteht aus 60 Gemeinden mit etwa 300.000 Einwohnern). Sie erstreckt sich über ihren historischen Stadtkern hinaus auf ein mehrere moderne Stadtteile umfassendes Gebiet. In der unmittelbaren ländlichen Umgebung befinden sich viele Ausgrabungsstätten und die thermalen Anlagen.

Sehenswertes in und umViterbo:
Viterbo ist noch heute ganz von seiner gewaltigen Stadtmauer aus Peperinstein umgeben, deren Bau 1095 begonnen und 1268 beendet wurde. Sie ist über 10 m hoch und besitzt mehrere gut erhaltene Türme und Stadttore. Der Stadtkern hat sein mittelalterliches Aussehen erhalten, vor allem im Quartier San Pellegrino mit seinen charakteristischen Gebäuden und Türmen des 13. Jh. Der bedeutendste Gebäudekomplex der Stadt ist zweifellos der Papstpalast auf dem Domhügel, ein hervorragendes Beispiel gotischer Architektur mit seinen Zweibogenfenstern, Zinnen und aufsteigenden Bögen. Er wird von einer prachtvollen Loggia geschmückt, die von einem großen gewölbten Bogen unterstützt wird. Auf dem davorliegenden Platz steht die Kathedrale mit ihrer Fassade im Stil der Renaissance und ihrem wunderschönen Glockenturm aus dem 14. Jh.
Berühmt ist Viterbo auch für seine zahlreichen Brunnen mit ihren spindelförmigen Säulen, die überall Plätze und Straßen schmücken und etwa aus derselben Epoche stammen.
Weitere bedeutende historische Gebäude der Stadt sind die Rocca Albornoz, eine ehemalige Festung und heutiger Sitz des Nationalmuseums, die Kirche Santa Maria della Verità und das danebenliegende Stadtmuseum mit seinen hochinteressanten historischen Zeugnissen, ferner die Palazzi Farnese und Chigi, sowie das Rathaus und der Palazzo del Podestà auf dem Rathausplatz mit seinem 44 m hohen Turm.
In der näheren Umgebung von Viterbo sind die Kirche S. Maria della Quercia und die vom Vignola entworfene Villa Lante in Bagnaia, beides kunstvolle Bauwerke der Renaissance, sehenswert, sowie auch die römischen Ruinen von Ferento und die etruskischen Felsengräber von Castel d’Asso.
Bedeutend ist Viterbo auch wegen seiner Mineralwasserquellen im umliegenden Gebiet. Schon in der Antike war die Gegend berühmt wegen seiner heilsamen schwefelhaltigen Gewässer und viele Ruinen der etruskischen und römischen Thermen sieht man hier verstreut liegen. Die heutigen Thermen werden mit dem Wasser der 52 ° C heißen Bulicame-Quelle betrieben und sind eine gut besuchte moderne Kuranlage mit Hotels und verschiedenen thermalen Einrichtungen.

Besuch der Altstadt:
Ein Besuch des historischen Stadtkerns von Viterbo sollte auf dem Rathausplatz (Piazza del Plebiscito) beginnen, unweit des großen Parkplatzes der Piazza Sacrario. Von hier aus erreicht man das Rathaus über die in den 30er Jahren erbaute Straße Via Filippo Ascenzi, wo der Blick auf das große Postgebäude (Cesare Bazzani 1935) und die Rückseite der Kirche S. Maria della Salute (14. Jh.) mit ihrem wunderschönen Eingangsportal fällt. Der von dem hohen Stadtturm mit der Uhr beherrschte Rathausplatz mit den zwei Löwen aus Nenfro-Gestein an seinen gegenüberliegenden Ecken ist das Zentrum der Stadt. Er wird an drei Seiten von großen Gebäudefassaden begrenzt, die in vergangenen Jahrhunderten Sitz der Prioren, des Stadtvogts und des Stadthauptmanns waren. Einen Besuch wert ist der Palazzo dei Priori, Sitz der heutigen Stadtverwaltung, der zwischen dem 13. und 17. Jh. realisiert wurde, mit seinem schönen Säulengang aus dem 13. Jh. und dem Hauptgeschoss (Prunksaal und Ratssaal) aus dem 16. Jh., das ganz mit Fresken mit mythischen Darstellungen über die Herkunft Viterbos geschmückt ist. Im Garten des Gebäudes steht ein eleganter Brunnen aus dem 17. Jh., der von Filippo Caparozzi erbaut wurde. Auf der vierten Seite des Platzes befinden sich die Kirche S. Angelo in Spatha und die in den Platz mündende Via Cavour, die seit 1573 besteht und den Palazzo delle Carceri praktisch in zwei Teile schneidet
Vom Rathausplatz geht es weiter durch Via San Lorenzo zum ältesten Teil der Stadt. Nach wenigen Metern sieht man rechts Via Chigi mit ihrem gleichnamigen Palazzo aus dem 15. Jh. und einige Schritte weiter eröffnet sich dem Besucher der Platz Piazza del Gesù, der das ursprüngliche Zentrum des städtischen Lebens war. Hier sind die Überreste des alten Rathauses aus dem 11. Jh. zu sehen, die in den Bau eines späteren Gebäudes integriert wurden, ferner ein Turm aus dem 12. Jh. (Torre del Borgognone), ein Brunnen (Fontana del Gesù, 1923) mit Überresten aus der Renaissance und die romanische Kirche San Silvestro aus dem 11. Jh., bekannt für ein Ereignis, das Dante in seiner Göttlichen Komödie erwähnt: die Ermordung Heinrichs von Cornwall am 13. März 1271.
Die Via San Lorenzo, auf der wir die geschichtliche Entwicklung des mittelalterlichen Viterbos rückwärts verfolgen, führt uns weiter zu einem mit Bäumen gesäumten Platz, Piazza della Morte, mit dem gleichnamigen spindelförmigen Brunnen aus dem 13. Jh., wahrscheinlich der älteste der Stadt. Vom Platz aus blickt man auf die Loggia des Hl. Thomas (13. Jh.) und auf die Kirche S. Giacinta Maresciotti, wo die Überreste der Heiligen aus Vignanello, die von 1585-1640 gelebt hatte, verehrt werden, mit dem Kloster S. Bernardino. Von hier kommt man über eine Brücke (Ponte del Duomo) mit etruskisch-römischen Fundamenten, vorbei am Palazzo del Drago auf der linken und Palazzo Farnese auf der rechten Seite (beide aus dem 15. Jh.)zum Domplatz. Hier endlich befinden wir uns auf dem Domhügel (Colle del Duomo), dem ältesten Teil Viterbos, dem langobardischen Castrum Viterbii.

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